Von Port Tudy nach Loctudy (33 Meilen)
An diesem Morgen ist erstmal der Besuch des lokalen Supermarktes angesagt. Wir müssen unsere Vorräte auffüllen. Bis wir wieder an Bord sind und alles verstaut haben ist es 11:00. Draussen ist es nahezu windstill, wie vom Wetterbericht vorhergesagt. Wir fahren unter Motor und beratschlagen unterwegs unseren weiteren Törnplan. Ein Besuch von Concarneau mit seiner imposanten Festung am Hafen wäre schön, aber der Wind soll auf Nordwest drehen, so dass wir am nächsten Tag die ganze Strecke aus der Bucht wieder aufkreuzen bzw. motoren müssten. Wir wollen den Tag nutzen, um eine möglichst gute Ausgangsposition für die Umrundung des Point du Raz und die Durchfahrt des Chenal du Four zu erreichen. Dies sind die markanten und unter bestimmten Bedingungen auch gefährlichen Ecken bei der Umrundung von Finistère, dem nordwestlichen Zipfels der Bretagne. Ideal wäre dazu Port Audierne. Dies können wir bei dem aktuellen Wetter leider nicht erreichen. Wir steuern Loctudy an.
Irgendwann kommt ein leichter Wind auf und wir können den Motor abstellen. Gleichzeitig zieht ein dichter Nebel auf. Die Sichtweite beträgt höchstens 200 Meter. Man hört die Motoren der Boote aber kann sie nicht sehen. Es stellt sich ein leichtes Fluch der Karibik Feeling ein. Wir sind froh dass wir unser AIS haben. Zumindest einige der Geräusche lassen sich zuordnen.
Schließlich tauchen die Fahrwassertonne von Loctudy auf und kurz vor der Küste ist der Nebel verschwunden. Um 17:00 machenwir am Besucherponton fest. Nach der üblichen Anmeldeprozedur geht es diesmal zum Strand. Die Sonne brennt vom Himmel und das Bad im Atlantik ist herrlich erfrischend.
Welchen Hafen wollen wir nehmen?
Von Loctudy nach Roscoff (140 Meilen)
Wir wollen heute versuchen zumindest den Point Du Raz zu umrunden. Dummerweise kommt der Wind aus Nordwest und soll später auf Nord oder Nordost drehen und auf 4 Windstärken zunehmen. Auf der direkten Strecke zwischen dem Point du Raz und der Ile de Sein ist bei dieser Strom gegen Wind Konstellation laut Revierführer mit sehr unangenehmer oder sogar gefährlicher See zu rechnen.
Da wir sowiso kreuzen müssen, beschließen wir dieser Situation aus dem Wege zu gehen, indem wir unseren Kreuzschlag ausdehnen und die Ile de Sein im Westen umrunden.
Wenn alles gut klappt wollen wir die Nacht durchsegeln um die Halbinsel Finistère vollständig zu umrunden.
Wir legen um 8:45 ab und motoren zunächst bis zum Point de Penmarche. Dort setzt der vorhergesagte Wind ein. Wir können die Bucht von Audierne bis kurz vor den Hafen hochsegeln und wenden dann zu unserem langen Schlag um die Ile de Sein. Um 18 Uhr können wir abermals wenden und die Untiefen westlich der Ile de Sein fast auf Nordkurs queren.
Das geht nur auf einem Multihull
Wir setzen unseren Kurs nach Norden fort und wenden gegen 21:30 südlich des Leuchtturms Pierres Noires erneut nach Westen. Wir wollen die Passage de Fromveur südlich der Ile de Ouessant nehmen und segeln in die untergehende Sonne auf die Südspitze der Insel zu.
Delfine leisten uns Gesellschaft
Um 0:25 ist der Leuchtturm Kereon querab. Wir können abfallen und Kurs auf die französische Kanalküste nehmen. Der Strom dreht sich langsam gegen uns, so dass wir erst um 10:00 in Roscoff festmachen können.
Müde fallen wir erstmal in die Koje um etwas Schlaf nachzuholen. Am Nachmittag ist Sightseeing und Shopping um den alten Hafen von Roscoff geplant.

















